06.11.26 09:37 - Lesezeit

Wir leben nicht im Konjunktiv

Robert Karas

Chief Investment Officer, Partner

Der Oktober hat an der Börse einen miesen Ruf. Nicht ganz ohne Grund, und doch ein wenig ungerechtfertigt.

Die schlechte Nachrede kommt wohl von den Ausreißern, die in der Vergangenheit im Oktober stattfanden: der Panik von 1907, dem Börsencrash 1929 oder auch der Finanzkrise 2008. Immer war der Oktober besonders negativ. Dennoch kann sich der schlecht beleumundete Monat im Schnitt über die vergangenen 100 Jahre (in den USA, dort gibt es so lange Daten) ein Plus an die Brust heften. Wie die meisten Monate übrigens, was sich durch die positive Börsenentwicklung über Jahrzehnte hinweg erklärt. 

Den schwarzen Peter hat der September – er kommt als einziger mit einem Minus im langfristigen Schnitt daher. Gut, dass er heuer bereits hinter uns liegt. Und das ohne besondere Vorkommnisse.

All die langfristigen Argumente beruhigen allerdings nur wenig, wenn man sich mitten in einer Talfahrt befindet. Davon gab es diesen Oktober einige. Betroffen waren vor allem die davor stark gestiegenen Aktien mit KI-Bezug. Angefangen bei den großen Tech-Werten, über Halbleiter- und Chip-Unternehmen bis hin zu Baumaschinenproduzenten, die für den Ausbau von Datenzentren gebraucht werden.

Hätten Sie oder haben Sie?

 

Diese Perioden zeigen, warum es gut ist, nicht ausschließlich auf ein Thema zu setzen, sondern mit dem eigenen Portfolio breiter aufgestellt zu sein. Solide Dividendentitel konnten als Gegengewicht teilweise im zweistelligen Prozentbereich zulegen. 

Immer wieder höre ich in vergleichbaren Phasen, in denen ein Thema alle in den Bann zieht, dass man trotzdem solide im Plus wäre, wenn man ausschließlich die „Highflyer“-Titel gehalten hätte.

Doch wir leben nicht im Konjunktiv. Viele hätte diese Titel gerne gehalten, die wenigsten haben sie tatsächlich gehalten. 

Warum ist das eigentlich so?

Ein Titel rückt erst in unsere Aufmerksamkeit, wenn sich der Preis bereits dramatisch nach oben katapultiert hat. Denken Sie an Waffenproduzenten im Jahr 2025. Oder Speicherchip-Hersteller vor einigen Monaten. Wer erst dann investierte, sitzt bei diesen Titeln nun auf einem Verlust von 50 Prozent oder mehr. Hat man davor nicht die Hausaufgaben gemacht, ist nun guter Rat teuer. Verkaufen, halten oder gar zukaufen? 

Investieren ist hart. 

 

Wer denkt, erfolgreiche Geldanlage sei einfach, ist zu kurz dabei. Egal ob man einen Vermögensverwalter auswählt oder es selbst angehen will: Man muss sich davor ein paar Gedanken machen, eine Strategie wählen und sich selbst Disziplin versprechen. Und die Emotionen, die ins Spiel kommen werden, kennt man noch gar nicht. 

Auch als täglicher Nutzer Künstlicher Intelligenz glaube ich nach wie vor daran, dass es einen Wert hat, sich mit Menschen auszutauschen, die sich auf ein Fachgebiet spezialisiert haben. Davor kann man sich gerne mit KI online schlau machen. Doch am Ende gehe ich lieber persönlich zur Ärztin, zum Anwalt, zur Steuerberaterin oder eben zum Private Banker bei Gutmann. 

Disclaimer: Dies ist eine Marketingmitteilung. Die Anlage in Finanzinstrumenten ist Marktrisiken unterworfen. Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen. Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Ergebnisse. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Bank Gutmann AG weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Unterlage ausschließlich für den persönlichen Gebrauch und nur zur Information dienen soll. Eine Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe ist ohne die Zustimmung der Bank Gutmann AG untersagt. Der Inhalt dieser Unterlage stellt nicht auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Anleger ab (gewünschter Ertrag, steuerliche Situation, Risikobereitschaft etc.), sondern ist genereller Natur. Diese Unterlage ist weder ein Angebot noch eine Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die erforderlichen Angaben zur Offenlegungspflicht gemäß § 25 Mediengesetz sind unter folgender Web-Adresse zu finden: https://www.gutmann.at/impressum

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